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Embedded Software: Definition, CRA-Pflichten und Business-Impact für Schweizer Hersteller

Embedded Software: Definition, CRA-Pflichten und Business-Impact für Schweizer Hersteller

Embedded Software bezeichnet Steuerungscode, der direkt in einem Hardware-System ausgeführt wird, ohne ein generisches Betriebssystem als Mittler. 2026 ist Embedded Software zum Compliance-Thema geworden, da der Cyber Resilience Act (CRA) ab September 2026 mit ersten Meldepflichten greift, auch für Schweizer Hersteller, die auf dem EU-Markt aktiv sind.

26.08.2026
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Axisbits GmbH
Code-Editor-Fenster mit der Datei main.ts und nummerierten Zeilen, teils gelb hervorgehoben, daneben ein Symbol mit geschweiften Klammern

Embedded Software: Das Wichtigste in Kürze

  • Embedded Software ist hardwaregebundener Code mit fester Ausführungsumgebung und Echtzeit-Constraints. Sie läuft auf Mikrocontrollern, industriellen Steuerungen oder vernetzten Geräten und ist untrennbar mit der zugrundeliegenden Hardware verkoppelt.
  • Der Cyber Resilience Act (Verordnung EU 2024/2847) stuft embedded systems and software als Produkte mit digitalen Elementen ein. Hersteller müssen mit September 2026 aktiv ausgenutzte Schwachstellen innerhalb von 24 Stunden an die ENISA melden und einen dokumentierten Schwachstellen-Disclosure-Prozess vorhalten.
  • Schweizer Unternehmen, die Produkte mit eingebetteter Software in die EU liefern, unterliegen dem CRA vollständig. Ab Dezember 2027 drohen bei Verstössen hohe Bussgelder.
  • Axisbits entwickelt digitale Produkte mit Senior-Sign-off auf jeder Codezeile, DevOps-gestützten Sicherheits-Checks, optionalem Penetration-Testing und DSG-Compliance. Für KMU, die ihre Softwareprodukte CRA-ready aufstellen müssen, übernimmt Axisbits die technische und strategische Verantwortung von A bis Z.

Was ist Embedded Software?

Embedded Software ist spezialisierter Code, der ausschliesslich für die Steuerung eines bestimmten Hardware-Systems entwickelt wird. Im Unterschied zur klassischen Anwendungssoftware läuft sie auf einem festen Prozessor mit definierten Ressourcen, reagiert auf externe Signale und ist für den Endnutzer in der Regel unsichtbar.

Embedded Software steckt in Geräten, die eine definierte Funktion erfüllen. Beispiele sind Sensorsysteme in Industrie- oder Medizinanlagen (SPS-Steuerungen, SCADA-Komponenten), Automobilelektronik (ECUs, ADAS-Systeme), IIoT-Sensoren und Smart-Home-Geräte.

Der gemeinsame Nenner ist, dass diese Geräte eine definierte Funktion erfüllen, die Software direkt auf die Hardware abgestimmt ist und über den gesamten Produktlebenszyklus läuft.

Isometrische Darstellung einer Platine mit gelben Leiterbahnen und einem Chip in der Mitte, darüber ein Panel, das die im Gerät laufende Firmware andeutet

Wie unterscheidet sich Embedded Software von klassischer Anwendungssoftware?

Merkmal Embedded Software Anwendungssoftware
Ausführungsumgebung Dedizierter Prozessor / Mikrocontroller Universelles Betriebssystem
Ressourcen Minimal (KB bis MB) Beliebig skalierbar
Echtzeit-Anforderung Ja, häufig im Millisekunden-Bereich Meist keine harten Zeitgrenzen
Update-Zyklen Selten, aufwendig Regelmässig, teils automatisch
Lebenszyklus 10 bis 20 Jahre (Industrie, MedTech) typisch 2 bis 5 Jahre
Sichtbarkeit für Nutzer Keine (läuft im Hintergrund) Direkte Nutzerinteraktion

Welche Anforderungen stellt der Cyber Resilience Act an Embedded Software?

Der Cyber Resilience Act (CRA) verpflichtet Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen zu Security-by-Design, kontinuierlichem Schwachstellenmanagement über den gesamten Produktlebenszyklus und zur Bereitstellung kostenloser Sicherheitsupdates über mindestens fünf Jahre.

Wenn du ein vernetztes Gerät mit eingebetteter Software in der EU auf den Markt bringst, musst du eine Konformitätsbewertung durchführen, eine vollständige Software Bill of Materials (SBOM) vorhalten und CE-Kennzeichen nach CRA-Standard erwerben.

Wann greifen welche CRA-Fristen für Hersteller?

Stichtag Was gilt seit/ab diesem Datum
10. Dezember 2024 CRA offiziell in Kraft getreten (Verordnung EU 2024/2847)
11. Juni 2026 Konformitätsbewertungsstellen (CABs) nehmen Arbeit auf
11. September 2026 Meldepflicht: aktiv ausgenutzte Schwachstellen innerhalb 24 h an ENISA
11. Dezember 2027 Vollständige Anwendung: CE-Kennzeichnung, Lifecycle-Management, SBOM-Pflicht

Welche technischen Pflichten umfasst Security-by-Design für Embedded Software?

Security-by-Design bedeutet, dass Sicherheitsanforderungen bereits in der Konzeptionsphase verankert werden und nicht erst als nachträgliche Prüfung:

  • Software Bill of Materials (SBOM): Vollständige Auflistung aller Softwarekomponenten und Abhängigkeiten, maschinenlesbar und aktuell gehalten.
  • Threat Modelling: Dokumentierte Bedrohungsanalyse vor Entwicklungsbeginn, regelmässig aktualisiert.
  • Sichere Default-Konfiguration: Keine unsicheren Standardkennwörter, keine unnötig offenen Schnittstellen bei Auslieferung.
  • Update-Mechanismus: Kryptografisch abgesicherte Over-the-Air-Updates für den gesamten Produktlebenszyklus.
  • Vulnerability-Disclosure-Prozess: Festgelegter interner und externer Kanal für Sicherheitsmeldungen mit vorbestimmten Reaktionsfristen.

Eine Analyse der bestehenden Softwarearchitektur im Rahmen eines Software-Audits sorgt zusätzlich dafür, eventuell vorhandene Compliance-Lücken zu erkennen.

Welche Folgen hat der CRA für Schweizer Hersteller von Embedded Software?

Schweizer Unternehmen, die Produkte mit eingebetteter Software in die EU vertreiben, unterliegen dem CRA vollständig, auch ohne EU-Niederlassung. Der CRA greift am Ort des Inverkehrbringens. Daraus ergeben sich direkte Konsequenzen zu Haftung, Lizenzmodellen und Bevollmächtigungen.

  • Produkthaftung: Sicherheitslücken, die der Hersteller hätte kennen und beheben müssen, können zu Rückrufen, Vertriebsverboten und Bussgeldern bis zu 15 Mio. EUR oder 2,5 % des globalen Jahresumsatzes führen.
  • Lizenzmodelle: Die Update-Pflicht über mindestens fünf Jahre zwingt viele Anbieter weg vom Einmalkauf hin zu Wartungsverträgen oder Abo-Modellen, da laufende Security-Patches kalkulierbar finanziert werden müssen.
  • Schweizer KMU ohne EU-Niederlassung müssen bis Dezember 2027 einen bevollmächtigten EU-Vertreter benennen, der gegenüber EU-Marktüberwachungsbehörden als Ansprechpartner fungiert und Meldungen über die ENISA Single Reporting Platform koordiniert.
Zeitleiste der CRA-Umsetzung mit vier Meilensteinen: Dezember 2024 CRA in Kraft, Juni 2026 CABs aktiv, September 2026 Meldepflicht, Dezember 2027 vollständige Anwendung

Wie bereite ich mein Unternehmen auf CRA-konforme Embedded Software vor?

Deinen Weg zu konformer Embedded Software beginnst du mit einem Produktscreening, stellst die Sicherheit ab dem ersten Moment der Entwicklung sicher, planst die Updateprozesse und beauftragst einen EU-Vertreter.

  • Produktscreening: Ermittle, welche deiner Produkte unter den CRA fallen. Vernetzte Geräte mit Softwarekomponente sind fast immer betroffen.
  • Security-by-Design: Integriere Threat Modelling und SBOM ab der ersten Entwicklungsphase. Deine IT-Strategie gibt den Rahmen vor, in dem Sicherheitsanforderungen dann priorisiert werden.
  • Update-Prozesse: Plane kryptografisch abgesicherte Over-the-Air-Updates und einen internen Vulnerability-Disclosure-Prozess ein. Systemarchitekturen, die Clean-Architecture-Prinzipien folgen, vereinfachen spätere Sicherheits-Patches erheblich.
  • EU-Vertreter mandatieren: Plane mit einer EU-Niederlassung oder beauftrage einen externen bevollmächtigten Vertreter.

Embedded Software EU-konform vertreiben mit Axisbits

Für Schweizer Hersteller, die Produkte mit eingebetteter Software in die EU liefern, geht kein Weg am Cyber Resilience Act vorbei. Die entscheidende Frage ist, ob dein Software-Team intern die Kapazität und das Security-Know-how hat, diese Anforderungen über den gesamten Produktlebenszyklus zuverlässig zu halten. Axisbits kann dir dabei helfen:

  • Senior-Sign-off auf jeder Codezeile: Eine verantwortliche Adresse für deinen gesamten Code.
  • ISO 27001 Zertifizierung und DSG-Compliance, optionaler Penetration-Test bei jedem Ship-Zyklus.
  • Voller Code-Besitz: Der Code gehört vollständig dir und die gesamte Architektur ist dokumentiert, übergabefähig und nicht an uns gebunden.

Buche deinen kostenlosen Kennenlern-Call! In 30 Minuten klären wir gemeinsam, wie wir deine Embedded Software EU- und Weltmarkt-fähig machen. Du bekommst eine ehrliche Einschätzung zu Entwicklungszeit und -kosten, ohne Sales-Druck.

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Embedded Software – Häufige Fragen & Antworten

Firmware ist eine Unterform von Embedded Software: unveränderliche oder selten aktualisierte Steuerungssoftware, die direkt auf ROM oder Flash-Speicher abgelegt ist. Embedded Software ist der übergeordnete Begriff und umfasst auch komplexere Laufzeitumgebungen wie RTOS-basierte Systeme, die über einfache Firmware hinausgehen und regelmässige Updates erhalten.

C und C++ werden am häufigsten für Embedded Software genutzt, weil sie direkten Hardware-Zugriff ermöglichen und minimal Ressourcen verbrauchen. Rust gewinnt ebenfalls an Bedeutung, da es Speichersicherheit ohne Runtime-Overhead ermöglicht und bestimmte Schwachstellen strukturell verhindert. In ressourcenstärkeren Embedded-Systemen kommen auch Python und spezialisierte DSP-Sprachen zum Einsatz.

Der CRA sieht Bussgelder bis zu 15 Mio. EUR oder 2,5 % des globalen Jahresumsatzes vor, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Zusätzlich können EU-Marktüberwachungsbehörden den Verkauf untersagen und Rückrufe anordnen. Für Schweizer KMU ohne EU-Vertreter gilt: Ab Dezember 2027 ist der legale Marktzugang zur EU ohne bevollmächtigte EU-Vertretung nicht mehr möglich.

Axisbits integriert Sicherheitsanforderungen von Beginn an: jeder Pull Request wird durch einen Senior reviewt und signiert, DevOps-gestützte Sicherheits-Checks laufen bei jedem Deployment, und DSG-Compliance ist per Default eingebaut. Optional ergänzt ein Penetration-Test die Absicherung. Die Leistungen unserer Senior-Teams erhältst du als Abo und kannst jederzeit kündigen.

Eine SBOM ist eine maschinenlesbare Liste aller Softwarekomponenten und Abhängigkeiten eines Produkts. Der CRA fordert sie, weil Lieferketten-Schwachstellen zeigen, dass Hersteller oft nicht wissen, welche Open-Source-Komponenten in ihren Produkten stecken. Mit einer vollständigen SBOM lassen sich betroffene Komponenten bei neu bekannt werdenden Sicherheitslücken sofort identifizieren und gezielt patchen.

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