Online-Marktplatz erstellen: Schritt für Schritt
Ein eigener Online-Marktplatz ermöglicht es dir, Anbieter und Käufer auf einer Plattform zusammenzubringen, deren Transaktionen automatisiert abzuwickeln und damit Geld zu verdienen.

Online-Marktplatz erstellen: Das Wichtigste in Kürze
- Lege zuerst fest, wie du Geld verdienst, z. B. mit einer prozentualen Gebühr, Mitgliedschaften oder Listing-Gebühren.
- Für den Start reicht ein MVP (Minimum Viable Product) mit den wichtigsten Funktionen: Login, Angebote, Suche, Bezahlung, Auszahlungen.
- Wähle den passenden Technologiepfad: Low-/No-Code für schnellen Start, Open-Source oder Custom-built.
- Nutze einen Payment Service Provider (PSP) wie Stripe Connect, Datatrans oder Payrexx, um Zahlungen sicher und gesetzeskonform abzuwickeln.
- Beachte rechtliche Pflichten der Schweiz: Datenschutz (revDSG), E-Commerce-Vorgaben und bei physischen Waren die MWST-Regelung für Plattformen.
- Die Entwicklungskosten liegen je nach Ansatz zwischen CHF 2’000 und 300’000.
Guide: Online-Marktplatz erstellen
Einen Online-Marktplatz erstellst du, indem du zuerst dein Geschäftsmodell festlegst, die wichtigsten Funktionen definierst und dann eine passende Technologie auswählst.
Zahlungen wickelst du über einen lizenzierten Payment Service Provider ab, damit Geldflüsse sicher und gesetzeskonform bleiben.
In der Schweiz solltest du zusätzlich auf Datenschutz (revDSG), MWST-Regeln für Plattformen und lokale Zahlungsmethoden wie TWINT achten.
1. Geschäftsmodell & Wertschöpfungslogik des Online-Marktplatzes festlegen
Lege zuerst das Geschäftsmodell deines Online-Marktplatzes fest. Es bestimmt, wie du Einnahmen erzielst und wie der Geldfluss zwischen Käufer, Verkäufer und Plattform verläuft. Erst dann lassen sich die technische Architektur und das Zahlungs-Setup sinnvoll planen.
Im Kern entscheidest du, wer zahlt, wann und wofür. Ein Dienstleistungsmarktplatz mit Gebühren pro Auftrag funktioniert anders als ein Produktmarktplatz mit prozentualer Provision oder ein B2B-Portal mit Abonnements.
Wenn du am Anfang stehst, wähle ein Modell, das einfach zu erklären, automatisierbar und für Anbieter nachvollziehbar ist.
2. Funktionen des Online-Marktplatzes planen
Erarbeite, welche Funktionen dein Marktplatz wirklich braucht, um starten zu können. Viele Gründer planen in diesem Schritt zu umfangreich und verzetteln sich in Details. Konzentriere dich stattdessen auf das, was notwendig ist, damit Käufer und Verkäufer zuverlässig miteinander handeln können.
Tipp: Ein Minimum Viable Product (MVP) ist die kleinste funktionsfähige Version deines Marktplatzes. Damit kannst du prüfen, ob dein Konzept funktioniert, ohne gleich ein komplexes System zu bauen.
Kernfunktionen für Käufer
Dein Online-Marktplatz muss Käufern ermöglichen, Produkte oder Dienstleistungen schnell zu finden und sicher zu bezahlen. Zu den wichtigsten Elementen gehören:
- Suche und Filter: Nutzer müssen Angebote nach Ort, Preis, Kategorie, Grösse, Sprache usw. eingrenzen können.
- Angebotsseiten: Jede Leistung oder jedes Produkt braucht eine eigene Seite mit Beschreibung, Preis, Bildern und Kontaktmöglichkeit.
- Warenkorb oder Anfragefunktion: Abhängig von deinem Geschäftsmodell: direkte Buchung oder Anfrage an den Anbieter.
- Bewertungssystem: Käufer möchten sehen, ob andere gute Erfahrungen gemacht haben.
- Sicheres Bezahlsystem: Zahlungen sollen einfach und vertrauenswürdig abgewickelt werden.
Kernfunktionen für Verkäufer
Für die Verkäufer braucht dein Marktplatz Funktionen für:
- Registrierung und Profil: Erfassung von Stammdaten und Verifizierung, falls nötig (z. B. durch den Zahlungsanbieter).
- Angebotsverwaltung: Erstellen, Bearbeiten und Pausieren von Angeboten.
- Bestellübersicht: Einfache Ansicht offener Aufträge oder Bestellungen.
- Zahlungs- und Auszahlungsübersicht: Nachvollziehbare Darstellung, was verkauft und ausgezahlt wurde.
- Nachrichten oder Benachrichtigungen: Damit Verkäufer schnell auf Anfragen reagieren können.
Funktionen für den Administrator
Auch du als Betreiber brauchst grundlegende Werkzeuge, um den Marktplatz zu steuern:
- Nutzerverwaltung: Aktivieren, Sperren oder Löschen von Konten.
- Moderation: Kontrolle von Angeboten und Bildern, um Betrug und Missbrauch zu verhindern.
- Transaktionsübersicht: Überblick über Zahlungen, Gebühren und Auszahlungen.
- Support-Bereich: Möglichkeit, manuell in Vorgänge einzugreifen oder Streitfälle zu klären.
3. Technologiepfad für deinen Online-Marktplatz wählen
Nachdem du dein Geschäftsmodell und den Funktionsumfang festgelegt hast, steht die technische Entscheidung an: Mit welcher Technologie setzt du deinen Marktplatz um?
Diese Wahl beeinflusst, wie schnell du starten kannst, wie frei du später Anpassungen vornehmen kannst und welche laufenden Kosten entstehen.
Im Wesentlichen hast du vier Wege:
- Low-/No-Code
- SaaS
- Open-Source
- Eigene Entwicklung (Custom)
No-Code / Low-Code
Mit Low- oder No-Code-Systemen kannst du schnell ein MVP aufbauen, ohne selbst zu programmieren.
Beispiele: Sharetribe, Bubble, Softr
Vorteile:
- Du kannst den Marktplatz innert Tagen oder Wochen online bringen.
- Viele Standardfunktionen (Login, Angebote, Bezahlung, Bewertungen) sind bereits vorhanden.
- Keine Serverwartung oder tiefes technisches Wissen nötig.
Nachteile:
- Eingeschränkte Möglichkeiten bei Sonderfunktionen.
- Abhängigkeit vom Anbieter für Hosting und Upgrades.
- Skalierung und Performance können ab einer gewissen Grösse zum Problem werden.
Empfehlung:
Für ein erstes Proof-of-Concept oder einen regionalen Marktplatz ist No-Code oft sehr gut geeignet. Du lernst, was Nutzer wirklich brauchen, bevor du mehr Geld in Technik investierst.
SaaS-Marktplatzlösungen
Wann sinnvoll: Wenn du eine fertige, professionelle Lösung willst, die du konfigurieren, aber nicht selbst entwickeln musst.
Beispiele: Mirakl (Enterprise), Arcadier, Shopboostr
Vorteile:
- Stabiler Betrieb und Support durch den Anbieter.
- Häufig integrierte Payment-, Analyse- und Reporting-Funktionen.
- Skalierbar, ohne dass du eigene Server verwaltest.
Nachteile:
- Lizenzkosten, oft abhängig von Umsatz oder Nutzerzahl.
- Eingeschränkte Individualisierung.
- Teilweise Bindung an die technische Infrastruktur des Anbieters.
Empfehlung:
SaaS eignet sich für Start-ups oder Unternehmen, die schnell starten wollen, ist aber meist in der Anpassungsfähigkeit und Skalierung stark beschränkt.
Open-Source / Headless-Systeme
Wann sinnvoll: Wenn du mehr Kontrolle über Code, Funktionen und Schnittstellen brauchst.
Beispiele: MedusaJS, Spree Commerce, Shopware mit Multi-Vendor-Plugin
Vorteile:
- Du kannst das System beliebig anpassen.
- Keine Lizenzgebühren, vollständiger Zugriff auf den Code.
- Einbindung eigener Schnittstellen, z. B. zu CRM, ERP oder individuellen Payment-Flows.
Nachteile:
- Du brauchst Entwickler mit Erfahrung.
- Updates und Sicherheit liegen in deiner Verantwortung.
- Höherer Wartungsaufwand als bei SaaS.
Empfehlung:
Open-Source ist sinnvoll, wenn du langfristig Kontrolle behalten willst und über passende technische Ressourcen verfügst.
Eigene Entwicklung (Custom Build)
Wann sinnvoll: Wenn dein Marktplatz spezielle Logiken, Abläufe oder Integrationen braucht, die Standardlösungen nicht abbilden können.
Vorteile:
- Vollständige Freiheit in Design, Funktionen und Architektur.
- Keine Abhängigkeit von Drittanbietern.
- Technisch auf Wachstum und individuelle Prozesse ausrichtbar.
Nachteile:
- Höhere Anfangskosten.
- Längere Entwicklungszeit.
- Laufender Wartungs- und Hostingaufwand.
Empfehlung:
Eine Eigenentwicklung lohnt sich, wenn dein Konzept bereits validiert ist, du ein erfahrenes Entwicklerteam hast oder mit einem Technologiepartner zusammenarbeitest.
Tipp: Solltest du dich nicht für eine Technologie entscheiden können und die Entwicklung deines Online-Marktplatzes von einem Profi durchführen lassen, dann nimm gerne Kontakt zu uns auf.
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4. Payment-Setup und rechtliche Anforderungen der Schweiz und EU
Sobald dein Marktplatz technisch steht, musst du festlegen, wie Zahlungen verarbeitet werden. Dabei musst du rechtliche Pflichten einhalten, da in der Schweiz bestimmte Regeln gelten, sobald Geld zwischen Dritten fliesst.
Zahlungsfluss festlegen
Bei einem Marktplatz zahlst du nicht selbst an den Verkäufer, sondern leitest Zahlungen über einen Payment Service Provider (PSP) weiter. So vermeidest du, dass du rechtlich als Finanzintermediär giltst, was in der Schweiz nur mit FINMA-Bewilligung erlaubt wäre.
- Der Käufer bezahlt auf deinem Marktplatz, zum Beispiel mit Kreditkarte oder TWINT.
- Das Geld wird vom Payment Service Provider entgegengenommen und zwischengespeichert.
- Der PSP zieht automatisch deine Gebühr (z. B. 10 %) ab.
- Der Restbetrag wird an den Verkäufer ausgezahlt.
Dieser Prozess wird Split-Payment oder Payout Flow genannt.
Geeignete Zahlungsanbieter
In der Schweiz stehen dir mehrere seriöse PSPs zur Verfügung, die Marktplatz-Zahlungen bieten:
Rechtliche Grundlagen für Online-Marktplätze in der Schweiz
KYC und Geldwäschereigesetz (GwG):
- Payment Service Provider sind verpflichtet, Verkäufer zu identifizieren („Know Your Customer“).
- Die Prüfung übernimmt in der Regel der PSP, nicht du selbst.
- Leite alle Zahlungen ausschliesslich über den PSP.
- So vermeidest du, selbst als Finanzintermediär zu gelten.
Mehrwertsteuer (MWST):
- Seit 2025 gilt: Wenn über deinen Marktplatz Waren verkauft werden, kann die Plattform als „deemed supplier“ gelten.
- Das bedeutet: Du musst unter Umständen die MWST für diese Verkäufe abrechnen.
- Dies betrifft physische Waren, nicht Dienstleistungen.
- Die Pflicht entsteht ab einem Umsatz von CHF 100’000.
Datenschutz (revidiertes DSG):
- Seit 2023 gilt das revidierte Datenschutzgesetz.
- Du musst Käufer und Verkäufer darüber informieren, welche Daten verarbeitet und an Zahlungsanbieter weitergegeben werden.
- Bei Datenpannen mit hohem Risiko musst du den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) so rasch wie möglich informieren.
E-Commerce-Pflichten:
- Die Schweizer Verordnung verpflichtet dich zu einem vollständigen Impressum, eindeutigen Preisangaben und einer Bestellbestätigung.
- Der Käufer muss vor Abschluss der Bestellung eindeutig erkennen können, dass ein zahlungspflichtiger Vertrag entsteht.
Was kostet die Erstellung eines Online-Marktplatzes?
Die Spannweite der Kosten ist gross, je nachdem, ob du mit einem No-Code-Tool, einer bestehenden Software oder einer individuellen Entwicklung arbeitest. Bei einer Eigenentwicklung solltest du mit mindestens CHF 2’000 rechnen. Die Kosten für einen externen Entwickler hängen von dessen Stundensatz und Erfahrung ab.
Ein Marktplatz verursacht monatlich wiederkehrende Ausgaben. Plane diese Kosten von Anfang an ein:
Beispiele für Online-Marktplätze von Axisbits
Wir von Axisbits haben bereits zahlreiche Entwicklungsprojekte umgesetzt und Online-Marktplätze sowie Plattformen, Apps und Web Apps erschaffen.
Wenn du bereits eine konkrete Projektidee für deinen Online-Marktplatz hast und eine Beratung zu den Kosten möchtest, melde dich bei uns. Je besser wir deine Vorstellung verstehen, desto konkreter lassen sich Aussagen zum Preis treffen.
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Wir schaffen leistungsstarke Plattformen und Websites für Startups, Scale-Ups und KMUs, von Konzept bis Go-Live.
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Online-Marktplatz erstellen – Häufige Fragen und Antworten
Die Kosten hängen stark von der gewählten Technologie ab. Ein einfaches MVP mit No-Code-Tools kostet meist zwischen CHF 2’000 und 10’000. Für eine individuelle Entwicklung solltest du mindestens CHF 80’000 einplanen. Zusätzlich fallen laufende Gebühren für Hosting, Zahlungsabwicklung und Wartung an.
Für einen schnellen Start sind No-Code-Lösungen wie Sharetribe oder Bubble ideal. Sie bieten fertige Module für Angebote, Zahlungen und Benutzerverwaltung. Wenn du mehr Kontrolle und Skalierbarkeit brauchst, sind Open-Source-Systeme wie MedusaJS, Spree Commerce oder Shopware eine gute Wahl.
Zahlungen sollten immer über einen Payment Service Provider (PSP) wie Stripe Connect, Datatrans, Payrexx, Mollie oder Adyen laufen. Der PSP nimmt das Geld vom Käufer entgegen, zieht automatisch deine Plattformgebühr ab und zahlt den Rest an den Verkäufer aus. So stellst du sicher, dass du keine Lizenz als Finanzintermediär benötigst und alle KYC- und Geldwäschereivorgaben eingehalten werden.
In der Schweiz musst du die Vorgaben des Datenschutzgesetzes (revDSG), des E-Commerce-Rechts und, falls du physische Waren anbietest, der Mehrwertsteuerpflicht für Plattformen beachten. Bei Zahlungen über einen PSP übernimmt dieser die KYC-Prüfung (Identifikation der Verkäufer). Sorge ausserdem für ein vollständiges Impressum, eindeutige Preisangaben und aktuelle Datenschutzhinweise.
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