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Was ist ein Prototyp?

Was ist ein Prototyp?

Ein Prototyp ist ein vereinfachtes, teilweise funktionsfähiges Modell eines Produkts oder einer Software. Er wird eingesetzt, um gewisse Eigenschaften wie Bedienbarkeit, Funktion, Form oder Technik zu überprüfen, bevor die endgültige Version entwickelt oder produziert wird. Ein Prototyp ist somit ein Werkzeug zur Validierung. Er bildet die Grundlage, um Annahmen über Benutzerverhalten, technische Machbarkeit oder Marktakzeptanz zu überprüfen, bevor ein Projekt in die tendenziell kostspielige Umsetzungsphase übergeht.

05.06.2026
12
min Lesezeit
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Axisbits GmbH
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Prototyp: Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Prototyp ist ein vereinfachtes, oft funktionsfähiges Modell eines Produkts oder einer Software.
  • Prototypen werden genutzt, um Funktion, Bedienung und technische Machbarkeit zu prüfen.
  • Prototypen können digital oder physisch sein, als Klickmodelle oder 3D-gedruckte Bauteile.
  • Man unterscheidet Prototypen nach Zweck (z. B. explorativ, experimentell), Tiefe (horizontal oder vertikal) und Detailgrad (Low-, Mid- oder High-Fidelity).
  • Ein Prototyp soll konkrete Fragen beantworten, nicht jedoch das Endprodukt abbilden oder gar ersetzen.

Wozu wird ein Prototyp eingesetzt?

Ein Prototyp wird eingesetzt, um Funktionen, Abläufe oder physische Eigenschaften eines geplanten Produkts unter realen Bedingungen zu prüfen, bevor Zeit und Budget in die vollständige Entwicklung fliessen.

Er dient als Arbeitsmodell, mit dem technische Machbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Designentscheidungen messbar überprüft und verbessert werden können.

  • Technische Überprüfung: Mit einem Prototyp lassen sich technische Zusammenhänge und Schnittstellen prüfen. In der Softwareentwicklung betrifft das beispielsweise die Interaktion zwischen Modulen oder die Reaktionszeiten einer Anwendung. Im physischen Produktdesign können Montage, Toleranzen oder Materialeigenschaften getestet werden.
  • Gebrauchstauglichkeit und Bedienung: Ein Prototyp zeigt, wie Nutzer tatsächlich mit einem Produkt umgehen. Klickmodelle oder physische Modelle machen sichtbar, ob ein Ablauf logisch ist, ob Beschriftungen verstanden werden und ob ein Produkt ergonomisch gestaltet ist. So entstehen Erkenntnisse zur Benutzerfreundlichkeit.
  • Kommunikationsgrundlage: Ein sichtbares Modell erleichtert die Abstimmung zwischen Design, Entwicklung, Management und Kundschaft. Fachliche Anforderungen und visuelle Vorstellungen lassen sich anhand des Prototyps konkret besprechen, statt abstrakt zu diskutieren. 
  • Wirtschaftliche Steuerung: Prototypen helfen dir, den Entwicklungsaufwand realistisch zu planen. Erkenntnisse aus den Tests fliessen direkt in Priorisierungen ein, beispielsweise welche Funktionen zuerst umgesetzt werden und welche entfallen können.

Welche Arten von Prototypen gibt es?

Prototypen lassen sich nach ihrem Zweck, ihrer Funktions­tiefe und ihrem Detailgrad unterscheiden. Diese Einteilung zeigt, was getestet wird, wie genau der Prototyp abgebildet ist und welches Ziel mit ihm verfolgt wird.

Prototypen nach Zweck

Typ Ziel Beispiel
Explorativ Dient der Untersuchung neuer Ideen oder Funktionen. Ein Designteam prüft verschiedene Navigationskonzepte in einer App, bevor ein UI definiert wird.
Experimentell Überprüft technische Machbarkeit oder Leistungsgrenzen. Ein Ingenieur testet, ob ein Sensor unter wechselnden Temperaturen zuverlässig misst.
Evolutionär Wird schrittweise weiterentwickelt und fliesst in das Endprodukt ein. Eine Software-Funktion wird prototypisch implementiert und anschliessend direkt produktiv erweitert.
Throw-away Wird nur für einen bestimmten Test erstellt und danach verworfen. Ein Papiermodell eines neuen Verpackungsdesigns dient ausschließlich zur Formbewertung.

Prototypen nach Funktions­tiefe

Typ Beschreibung Typischer Nutzen
Horizontal Stellt viele Funktionen oberflächlich dar, ohne vollständige Umsetzung. Eignet sich für Struktur- und Navigationstests in Software-Projekten.
Vertikal Zeigt eine einzelne Funktion oder Prozesskette in voller technischer Tiefe. Nützlich, um Datenflüsse oder Performance zu prüfen.

Horizontaler und vertikaler Aufbau unterscheiden sich damit in Breite und Tiefe der Abbildung. Beide Formen können kombiniert werden, wenn sowohl Logik als auch Bedienung getestet werden sollen.

Prototypen nach Detailgrad (Fidelity)

Detailgrad Beschreibung Beispiel
Low-Fidelity Grobe Darstellung, Fokus auf Konzept und Struktur. Skizze auf Papier, Whiteboard oder einfache Wireframes.
Mid-Fidelity Teilweise interaktiv, Layout und Abläufe sind erkennbar. Klick-Dummy mit realistischem Ablauf, aber ohne volle Funktion.
High-Fidelity Nah am späteren Produkt, Design und Funktion abgestimmt. Funktionaler App-Prototyp mit echten Daten und Designsystem.

Der gewählte Detailgrad des Prototypen hängt vom Ziel der Validierung ab. Für Ideen, die noch am Anfang stehen, reichen einfache Darstellungen. Für technische Tests sind zumindest realitätsnahe Modelle erforderlich.

Wie erstelle ich einen Software-Prototyp?

Einen Software-Prototyp erstellst du, indem du einen abgegrenzten Ablauf einer Anwendung als klickbares Modell nachbildest, um ihn auf Verständlichkeit und Bedienbarkeit zu prüfen. Dazu genügen einfache Wireframes, die du miteinander verbindest, sodass ein realistischer Eindruck der Nutzung entsteht.

Schritt 1: Ziel und Anwendungsablauf festlegen

Überlege dir, welche Aufgabe die Testperson im Prototyp ausführen soll, zum Beispiel:

„Ein neues Konto anlegen“ oder „Einen Termin buchen“.

Skizziere dazu den Ablauf dieser Aufgabe in einzelnen Schritten: Startpunkt, Zwischenschritte, Ziel. Halte dich auf das Nötigste beschränkt, denn der Prototyp soll eine Aufgabe darstellen, nicht jedoch das ganze Produkt.

Schritt 2: Ansichten skizzieren

Zeichne für jeden Schritt eine einfache Ansicht, also das, was später am Bildschirm sichtbar wäre. Das können einfache Formen in einer Software wie Miro, Excalidraw oder Lucidchart sein.

Wichtig ist, dass jede Ansicht den jeweils nächsten Schritt zeigt, etwa einen Button oder Link, der weiterführt.

Schritt 3: Klickbaren Ablauf erstellen

Übertrage deine Skizzen in ein Tool wie Figma, Adobe XD, Marvel App oder Proto.io, mit dem du sie miteinander verknüpfen kannst. Wenn jemand auf eine Schaltfläche klickt, soll die nächste Ansicht erscheinen. Mehr hinterlegte Logik ist nicht nötig.

So entsteht ein Klick-Dummy, der zeigt, wie sich die Anwendung anfühlen wird, ohne dass sie wirklich funktioniert.

Schritt 4: Kurztest mit wenigen Probanden durchführen

Lass einige Personen den Prototyp bedienen und beobachte, wie sie vorgehen.

Gib nur eine Aufgabe vor, jedoch keine Hinweise.

Achte darauf, wo sie zögern, welche Begriffe unklar sind und ob sie das Ziel erreichen.

Diese Beobachtungen liefern dir konkrete Anhaltspunkte, was du verbessern musst.

Schritt 5: Ergebnisse auswerten und anpassen

Notiere, welche Schritte funktioniert haben und wo Schwierigkeiten aufgetreten sind.

Überarbeite die betroffenen Ansichten, passe Bezeichnungen an oder vereinfache die Navigation.

Wenn der Ablauf klar verstanden wird, kannst du den Prototyp schrittweise verfeinern, etwa mit realistischen Texten, Icons oder Zuständen.

Tipp: In unserem Artikel findest du Beispiele für Prototyping, wie Skizzen für eine App, eine klickbare Web-Oberfläche und ein 3D-Modell für Virtual Reality.
Illustration zu 3D-Modell für Virtual Reality (High-Fidelity-Prototyp)

Wie wird Prototyping durchgeführt?

Prototyping wird durchgeführt, indem du Modelle eines Produkts oder einer Software erstellst, prüfst und schrittweise verbesserst. Zwei verbreitete Methoden sind Rapid Prototyping und Virtual Prototyping, die sich darin unterscheiden, wie der Prototyp entsteht.

Rapid Prototyping

Beim Rapid Prototyping geht es darum, in kurzer Zeit ein greifbares Modell zu erzeugen, das du direkt testen kannst.

In der Softwareentwicklung bedeutet das einfache, klickbare Abläufe, die in wenigen Stunden erstellt werden.

Im Produktdesign umfasst es Verfahren wie 3D-Druck, CNC-Fräsen oder Laserschneiden, mit denen sich Bauteile direkt aus digitalen Daten herstellen lassen.

Ziel:

Du erkennst schnell, ob Form, Funktion oder Montageprinzip wie geplant umsetzbar sind, und kannst Anpassungen sofort prüfen, ohne lange auf klassische Musterfertigung zu warten.

Virtual Prototyping

Beim Virtual Prototyping arbeitest du ausschliesslich digital. Du nutzt Simulationen oder virtuelle Modelle, um das Verhalten eines Produkts zu analysieren, bevor ein physisches Muster existiert.

Das kann eine 3D-Simulation einer Mechanik, eine Benutzeroberfläche in VR/AR oder eine digitale Funktionsprüfung sein.

Typische Anwendungen:

  • Simulation von Belastungen oder Bewegungen in CAD-Systemen
  • Test von Benutzeroberflächen mit VR- oder AR-Darstellung
  • Analyse von Abläufen im digitalen Zwilling eines Geräts oder Systems

Hilfe beim Prototyping

Ein Prototyp ist ein wertvolles Werkzeug, das dir hilft zu verstehen, ob deine Idee für andere Menschen verständlich und greifbar ist. Mit Software-Prototypen kannst du dein Vorhaben schrittweise testen und verbessern, bevor du in die weitere Entwicklung gehst.

Wir von Axisbits setzen bei unseren Entwicklungsprojekten auf Prototypen sowie MVPs, um die Ideen unserer Kunden schnell umzusetzen. Der Zeitdruck bei Start-ups und Scale-ups ist gross und verlangt schnell erste Ergebnisse.

Somit wird unseren Kunden ermöglicht, sehr schnell in den Markt zu gehen und Software und Apps so bald wie möglich an echten Nutzern zu testen. Die daraus folgenden Erkenntnisse fliessen dann in den weiteren Entwicklungsprozess ein.

Wenn du bereits Ideen für ein Softwareprojekt ausformuliert hast und nun zur Erstellung von Prototypen übergehen möchtest, helfen wir dir weiter. Melde dich bei uns! Unser Team zeigt dir, wie wir dich unterstützen können.

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Prototyp – Häufige Fragen und Antworten

Ein Prototyp ist ein vereinfachtes, oft funktionsfähiges Modell eines Produkts oder einer Software. Er dient dazu, Funktionen, Abläufe oder technische Eigenschaften gezielt zu prüfen, bevor das Endprodukt entsteht.

Ein Prototyp wird eingesetzt, um Annahmen aus Konzept oder Design zu überprüfen.

Er zeigt, ob eine Idee technisch umsetzbar, verständlich bedienbar und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Prototypen lassen sich nach Zweck, Tiefe und Detailgrad unterscheiden.

Häufig genutzte Formen sind explorative, experimentelle, evolutionäre und Throw-away-Prototypen sowie horizontale und vertikale Modelle mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad.

Low-Fidelity beschreibt einfache, grobe Darstellungen wie Papier- oder Klickmodelle.

High-Fidelity-Prototypen sind dagegen nahezu produktionsreif und zeigen Design, Funktion und Interaktion realitätsnah.

Ein Prototyp wird genutzt, um Konzepte oder Funktionen zu testen.

Ein MVP (Minimum Viable Product) ist bereits ein funktionsfähiges Produkt mit reduziertem Umfang, das im Markt reale Nutzerreaktionen misst.

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